22.08.2009

Freie Bücher für freie Bürger

von Dennis Mitterer in Aktionen

BookcrossingWie Book Crossing für ein gutes Leben wirbt

„Lies mich“ steht in großen roten Lettern auf dem Rücken des Buches, das einem da ganz unvermittelt im Bus begegnet. Es ist ein freies Buch, das nicht in einem Regal gefangen sein, sondern von einem Menschen zum nächsten weiterziehen und gelesen werden will.

Die Idee hinter der Aktion, die Book Crossing heißt und zu der das Buch gehört, ist ganz einfach: Bücher werden mit Schutzfolie und einem Zettel, der die Aktion erklärt, ausgestattet im öffentlichen Raum „freigelassen“. Wer immer das Buch findet, darf es mit nach Hause nehmen und lesen. Danach soll es dann wieder an einen öffentlichen Platz – Zug, Bus, Schule, Café – gelegt werden, damit ein neuer Leser es finden kann.

„Wer liest, macht Erfahrungen. Wer liest, schult sein Urteilsvermögen; lässt seiner Fantasie Auslauf; lernt, Fremdes zu verstehen. Deshalb ist Lesen wichtig für ein gutes Leben“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels. „Und deshalb haben wir ein Book Crossing in unserem Kieler Wahlkampf gestartet.“

In den Kommentaren zu diesem Artikel, können alle, die ein Buch ausgesetzt, gefunden oder wieder ausgesetzt haben, Nachrichten hinterlassen, z.B. welche Bücher wo zu finden sind. Und was an ihnen besonders gefallen hat.

Wenn Sie selbst ein Buch haben, das Sie im Rahmen dieses Book Crossings anderen Lesern zukommen lassen möchten, drucken Sie sich doch einfach die Aktionserklärung (PDF, 23 KB) aus, kleben Sie sie auf den Buchrücken und schlagen das ganze möglichst in durchsichtige Schutzfolie ein – und schon ist Ihr Buch für die Aktion präpariert. Jetzt müssen Sie es nur noch in der Freiheit aussetzen und gerne eine Nachricht hier auf unseren Internetseiten hinterlassen.


63 Diskussionsbeiträge zu ' Freie Bücher für freie Bürger '

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  1. Susanne Gaschke schrieb am 23.08.2009 um 11:21 Uhr

    Die Auftaktveranstaltung zur Bookcrossing-Aktion der Kieler SPD-Kandidaten war wirklich schön! Das Literaturhaus ist ein wunderbarer Veranstaltungsort, die Buchauswahl – von Stig Larsson bis Arno Schmidt, von Terry Pratchett bis George Orwell – verheißt spannenden Lesegenuß für alle Leute, die die in Freiheit entlassenen Bücher im Kieler Stadtgebiet finden. Außerdem war es extrem interessant, mit einer Gruppe vielbeschäftigter, wahlkämpfender Sozis plötzlich über ihre höchst privaten Literaturvorlieben zu sprechen! Ich entlasse mein eigenes Buch heute Mittag in die Wildnis. Mehr dann! Der Sandelf

  2. Falk Stadelmann schrieb am 23.08.2009 um 14:37 Uhr

    Das Buch, das ich in die Freiheit entlassen habe, ist “Der Hund von Baskerville” von Sir Arthur Conan Doyle. Ein zeitloser Klassiker, geeignet als Jugendbuch ebenso wie für Erwachsene. Nach den Verfilmungen zahlloser Bibelmotive ist es der am meisten verfilmte Roman der Welt. Die Figur des Sherlock Holmes, der die Hauptrolle spielt, fasziniert aus manchen Gründen noch heute. Selbst bei weitem kein perfekter Mensch (er raucht stark, nimmt gelegentlich Drogen, und sein soziales Verhalten ist nicht eben umgänglich), verschreibt er sich am Ende des 19. Jahrhunderts, als Menschen angesichts immer schneller werdender Umbrüche sich Mystik und Irrationalität zuwenden, Vernunft und Methode – so begründet er als erster Detektiv der Kriminalliteratur die schlüssige Aufklärung von Verbrechen, wird die Entlarvung des Täters nicht mehr vom Zufall abhängig. Schauriges Geheul aus dem Moor, gespenstisch aufsteigender Nebel: Sie können den wahren Täter letztendlich vor dem kühlen, berechnenden Verstand nicht verbergen. “Der Hund von Baskerville” ist ein zutiefst optimistischer Roman, der die Hoffnung auf eine moderne Welt in sich trägt, in der Vernunft und Methode das vorgefundene Chaos und Machenschaft stets entwirren können. Er steht im Gegensatz zu seinem literarischen Spiegelbild, dem “postmodernen” Kriminalroman Umberto Ecos “Der Name der Rose”, in dem Sherlock Holmes Spiegelbild – der englische Mönch William von Baskerville (sic!) – und sein Gehilfe Adson von Melk (der phonetische Gleichklang von “Adson” und Dr. “Watson” ist augen- bzw. ohrenfällig) einen Klostermörder jagen. Während Conan Doyle seinen Detektiv methodisch vorgehen und durch die Methodik erfolgreich werden lässt, ermittelt Ecos kriminalistischer Mönch mit derselben Methodik und läuft dabei doch (von kleinen Erfolgen abgesehen) stets in die falsche Richtung. Ecos postmoderner Kriminalroman ist eher pessimistisch, Conan Doyle dagegen noch optimistisch. Es mag daran liegen, dass “Der Name der Rose” auch deswegen nur einmal verfilmt worden ist, dagegen “Der Hund von Baskerville” um ein vielfaches öfter. Der Mensch ist dem Optimismus eben näher – Gott sei Dank. Und wenn in den Spätsommertagen schauriges Geheul aus den Kommentarzeilen der Tageszeitungen ertönt und Nebelschwaden aus den Umfragen der Demoskopen aufsteigen, dann ist es beruhigend zu wissen, dass Vernunft und Methode jede Machenschaft enttarnen werden – Elementary, my dear Watson … ! Übrigens, ich habe das Buch “Der Hund von Baskerville” passenderweise am Seehundbecken an der Kiellinie ausgesetzt. Quasi als “Seehund von Baskerville”.

  3. Susanne Gaschke schrieb am 23.08.2009 um 17:23 Uhr

    So, es ist vollbracht!! Gegen 14 Uhr habe ich “Der Sandelf” von Edith Nesbit ausgesetzt – in einer Sandkiste, natürlich. Sie befindet sich zwischen der Reventlouschule und der Holtenauer Straße. “Der Sandelf” ist ein wahnsinnig tolles Kinderbuch von einer britischen Autorin – Edith Nesbit – , die schon 1924 gestorben ist. Trotzdem sind ihre Kinderbücher viel wilder, frischer und witziger als vieles, was heute so für Kinder angeboten wird. Der Sandelf erfüllt einer Gruppe von Kinder ihre Wünsche – leider nie genau auf die Art, die sie sich gedacht hatten. Wünschen hilft also tatsächlich – aber nur, wenn man sehr präszise formuliert. Glücklicher Finder: Viel Spaß damit!!!

  4. Charlotte Gaschke schrieb am 23.08.2009 um 17:40 Uhr

    Auch mein Buch ist nun ausgesetzt; “Wer die Nachtigall stört” von Harper Lee.
    Da das Buch damit beginnt, dass sich einer der Hauptcharaktere, Jem, den Arm bricht, habe ich das Buch in der Cafeteria der Uniklinik freigelassen.
    Ich wollte nicht einfach hineingehen und das Buch auf einen Tisch legen und dann weggehen, deshalb habe ich mich noch an einen Tisch gesetzt, einen Pfefferminztee getrunken und es dann einfach liegen lassen.
    Trotzdem kam ich mir dabei irgendwie kriminell vor. Vor allem weil ich im Hinausgehen auf mein Handy geschaut habe. Die Menschen hätten auch denken können, ich wäre irgendein Terrorist, der da seine auf dem Tisch zurückgelassene Bombe entzündet.
    Es hat mich zum Glück aber niemand angesprochen.
    Ich hoffe nun, dass dieses Buch von irgendjemanden gefunden und vor allem gemocht wird. Und dann weitergegeben, damit sich noch viele andere daran freuen können.

  5. rolf fischer schrieb am 23.08.2009 um 18:39 Uhr

    Liebe Leute lest!
    lasst langeweile lässig los, lasst leidenschaft leuchten, lest!
    Rolf Fischer

    PS: anmerkung zu falk stadelmann: schon lange trage ich mich mit dem gedanken – wie in England – eine deutsche Sherlock-Holmes-Society (”der größte aller detektive”) aufzubauen. Ihren Mitglieder (”Sherlockians”) lassen keinen zweifel, dass dieser geniale kopf wirklich gelebt hat und die welt (jedenfalls der gute teil) ohne ihn ärmer ist! lasst prof. moriarty (”der napoleon des verbrechens”) nicht siegreich sein!

  6. Dennis Mitterer schrieb am 23.08.2009 um 19:46 Uhr

    Und noch ein Buch auf Reisen: “Die Frau des Zeitreisenden” von Audrey Niffenegger.

    Ich hab mich zunächstmal unglaublich schwer getan, das Buch auszusetzen, erst wollte ich es in die Kunsthalle bringen – immerhin ist Clare, eine der beiden Hauptpersonen des Buches, Kunststudentin. Aber dann war ich zu ungeduldig, um zu warten, bis sie am Dienstag wieder aufmacht. Einen zweiten Versuch hab ich dann im Schrevenpark gestartet, wo ich das Buch auf einer romantischen Bank mit Blick auf den Teich auslegen wollte. Aber dann hatte ich doch Angst, dass es widererwartend anfängt zu regnen, und das Buch schaden nehmen könnte, und so habe ich es schnell wieder mitgenommen. Etwas frustriert bin ich dann erstmal einen Kaffee trinken gegangen – und als ich wieder aufgebrochen bin, war das Buch frei: Es liegt in einem Strandkorb an der Uni.

    Das Buch erzählt die wunderbare Liebesgeschichte von Henry und Clare – sie ist, wie gesagt, Kunststudentin, er ein Bibliothekar, der ganz ungewollt in der Zeit springt. “Die Frau des Zeitreisenden” ist Niffeneggers erster Roman und seit seinem Erscheinen im Jahr 2004 auf den Bestsellerlisten. Für mich war es eines der faszinierendsten Bücher, die ich in letzer Zeit gelesen habe – und hoffe, dass die Finder des Buches genauso viel Freude dran haben, wie ich sie hatte.

  7. dirk mirow schrieb am 24.08.2009 um 12:41 Uhr

    hallo liebe leute!

    ich habe heute in den “kieler nachrichten” von dieser aktion gelesen und finde sie ganz wunderbar! sie ist auch ein beispiel für kreativität mit politischem hintergrund. und kreativität ist ein ganz wichtiger bestandteil von politik. wenn man “+kreative+politik” googelt, findet man erstaunlich wenig einträge und die sind kaum sinnvoll zu nennen. dagegen brauchen wir in der politik mehr pippi-langstrumpf-prinzip: neue problemlösungen, perspektivwechsel, überraschende ideen. raus aus den eingefahrenen gleisen, rein in eine neue kreative politische kultur.

    ich werde auch nachher noch ein buch deponieren. soviel sei vorab verraten: es geht um einen spannenden krimi über einen serienmörder, der in norddeutschland sein unwesen treibt. vor allem auch in schleswig-holstein und viele der orte werden uns bekannt vorkommen.

    meine tochter und ich sind große fans der kinderseite der ZEIT. daher werde ich auch noch versuchen, das Buch “der sandelf” zu finden. da es schon gestern ausgesetzt wurde, habe ich wohl geringe chancen. ich werde berichten …

    sonnige grüße,

    dirk mirow

  8. Kai Mühlstädt schrieb am 24.08.2009 um 17:38 Uhr

    Ein Fundstück aus dem World Wide Web, das aufschlussreiche Erkenntnis liefert über den sogenannten Informationsträger “B U C H” …

    BUCH
    (aus dem Steidl-Buchkatalog, Frühjahr 2001)

    Hiermit präsentieren wir einen neuen bio-optisch funktionierenden Informationsträger, der unter dem Handelsnamen B U C H erhältlich ist.

    Mit B U C H ist ein revolutionärer technischer Durchbruch gelungen. B U C H funktioniert ohne Drähte, Schaltpläne, Stromkreise und Batterien, muss nicht vernetzt oder angeschaltet werden. Der Gebrauch ist auch für Kinder mühelos und unproblematisch. B U C H ist kompakt und gut zu transportieren, kann überall benutzt werden, auch in einem Lehnstuhl am offenen Feuer, seine Kapazität ist so groß wie die Informationsmenge einer CD-Rom.

    B U C H setzt sich aus fortlaufenden, nummerierten Blättern zusammen, die aus Recycle-Papier gefertigt sind, jedes dieser Blätter enthält tausende von Informationseinheiten. Die Seiten sind durch einen speziellen Hefter, genannt Einband, fixiert, der die gleichbleibende Reihenfolge der Blätter gewährleistet.

    Die Produktion von B U C H aus undurchsichtigem Papier ermöglicht die Nutzung beider Seiten eines Blattes, dadurch verdoppelt sich die Informationsmenge, und die Kosten werden niedrig gehalten. Die Einzelinformationen jedes Blattes werden mittels eines natürlichen Scanners direkt ans Gehirn weitergeleitet. Durch Anschieben mit dem Zeigefinger werden die Informationseinheiten des nächsten Blattes aktiviert.

    B U C H kann mittels einfachen Aufklappens jederzeit in Betriebsbereitschaft gesetzt werden. B U C H bricht nie zusammen, muss nicht neu geladen und gestartet werden. Die Seitenausstattung ermöglicht es mühelos, jedes einzelne Blatt zu finden und nach Belieben vorwärts oder rückwärts zu zappen. Oft enthält B U C H auch eine Datenbank, deren Abfrage dem Benutzer die genaue Lokalisierung der Dateien sofort zugänglich macht. Ein auf Anforderung erhältliches Zusatzteil, das „Buchzeichen“, ermöglicht es, B U C H genau an der Stelle wieder zu öffnen, wo man die Nutzung abgebrochen hat. Das Design dieser „Buchzeichen“ ist mit allen Systemen kompatibel. So kann ein einziges dieser Zeichen in Büchern unterschiedlicher Herkunft angewendet werden. Sollte der Benutzer mehrere Informationen gleichzeitig speichern wollen, so kann er für ein B U C H unterschiedliche „Buchzeichen“ nutzen. Die Anwendung und die Menge, die zur Nutzung kommt, wird definiert durch die Seitenzahl vom B U C H.

    Der Nutzer kann auch individuelle Anmerkungen zu einzelnen Objekten von B U C H speichern, indem er Programmiervorrichtungen verwendet, die unter dem englischen Handelsnamen „Portable Erasable Nib Cryptic Intercommunication Language Stylus“, abgekürzt „Pencils“ – deutsch „Bleistifte“, registriert sind.

    B U C H ist handlich, haltbar und preisgünstig und wird als erfolgreicher Prototyp einer riesigen Entertainment-Hausse gehandelt. Seine Attraktivität ist so überzeugend, dass Tausende von Programmierern und Designern sich dem Objekt verschrieben haben, Experten bezeichnen die Akzeptanz als überwältigend, eine Flut neuer B U C H-Titel ist zu erwarten. :roll:

  9. Melanie Krüger schrieb am 24.08.2009 um 20:43 Uhr

    Habe heute morgen die “Geschichten aus dem Mumintal” im Kieler Klostergarten ausgesetzt. Am Nachmittag war es nicht mehr da. Ich wünsche dem Leser oder der Leserin viel Spass damit und bin schon sehr gespannt, wo es wieder auftauchen wird.

  10. Lars Juister schrieb am 24.08.2009 um 21:09 Uhr

    Hallo liebe Leute,

    ein weiteres Buch reist per Anhalter durch Kiel!
    Heute morgen setzte ich Douglas Adams’ “Per Anhalter durch die Galaxis” im Wartebereich des Bürgeramtes im Rathaus (das ist da wo man wg. neuer Ausweise etc. hinmuss) aus.
    Als ich etwa eine halbe Stunde später wieder dort vorbeikam, war es bereits verschwunden. :grin:
    Wer den “Anhalter” noch nicht kennt, sollte die Augen nach diesem Buch offen halten. Wo sonst kann man die Antwort auf die Frage aller Fragen, den Grund warum man auf Reisen immer sein Handtuch griffbereit haben MUSS und die letzte Nachricht Gottes an die Schöpfung finden?
    Ein wahrhaft philosofisches (sic) Werk.

    Viel Vergnügen!

    Lars Juister

    P.S.: Ich bin schrecklich neugierig wie es dem Buch ergeht und hoffe der Finder meldet sich hier mal, damit ich weiß, ob es dem Anhalter gut geht. :smile:

  11. Bettina Bogya schrieb am 25.08.2009 um 15:47 Uhr

    hallo. fredi und ich machen uns jetzt einen gemütlichen nachmittag mit dem sandelf. fredi glaubt jetzt doch wieder an den weihnachtsmann bzw. osterhasen. wer sollte sonst wohl ein so tolles buch in der sandkiste versteckt haben? statt strand also schmöckerstunde. betti und fredi

  12. Wolfgang Schulz schrieb am 25.08.2009 um 19:20 Uhr

    Heute habe ich das Buch “Einmal Hans mit scharfer Soße” von Hatice Akyün in die Freiheit entlassen.
    Ursprünglich wollte ich das Buch mit den humorvollen Geschichten über die Eigenarten von deutschen und türkischen Landleuten im Standesamt hinterlegen. Schließlich geht es darum: “Hast Du endlich einen Hans gefunden”. Aber dort ist derzeit kein Publikumsverkehr. Daher habe ich mich kurzentschlossen entschieden, die Filiale der Deutschen Post an der Dänischen Straße beim Alten Markt aufzusuchen und dort das Buch in die Freiheit zu entlassen.
    Ich wünsche dem Buch eine schöne Reise und viele Leser, die sich an den Geschichten genauso erfreuen können, wie ich es konnte.

    Viel Spaß, Freude und Einsichten wünscht
    Wolfgang Schulz:lol:

  13. Torsten Albig schrieb am 25.08.2009 um 19:49 Uhr

    Moin, auch mein Buch ist seit Sonntag 10.58 in “Freiheit”. Ausgelegt auf einer der Bänke am Bollhörnkai direkt vor dem Wissenschaftszug, der bis heute in Kiel zu Gast war. Um 12.15 – als ich wieder aus dem Zug kam – war es schon weg. Sinnigerweise heisst es “Bis ich dich finde” (John Irving). Das ging ja schnell. :-) Pass gut auf Dich auf, kleines Buch. Klein? Ok, fast 1200 Seiten sind nicht gerade klein. Manche sagen zu ihm “opus magnum” von Irving. Vielleicht nicht sein bestes – aber sicher sein dickstes Buch. Man kann Irving gut kennen lernen – und sich in ihn verlieben. Es gibt viele tolle Bücher von ihm zu entdecken. Worum es in diesem genau geht ist schwer zu erklären. http://de.wikipedia.org/wiki/Bis_ich_dich_finde gibt einen ersten Überblick. Man muss nicht alles lesen. Appetit bekommen reicht und dann in den Buchladen und vielleicht mit “Garp” weitermachen. Viel Spaß. Torsten Albig

  14. Jürgen Behr schrieb am 25.08.2009 um 20:24 Uhr

    So. Es ist vollbracht. Das Buch ist frei.
    “Verblendung” von Stig Larson ist der erste Teil einer Trilogie, die in den Milieus des organisierten Verbrechens, der Geheimdienste und des Journalismus in Schweden spielt. Dabei beschreibt es, welch gravierende Folgen es haben kann, wenn Menschen Vorurteilen ausgeliefert werden. Ein Buch mit hohem “Suchtfaktor”, dass man nur schwer aus der Hand legen kann und das viel Lust auf mehr macht.
    Da ich weder zum organisierten Verbrechen noch zu den Geheimdiensten irgendwelche Verbindungen besitze, blieb mir nur der Journalismus. Ich habe das Buch deshalb heute gegen 14.00 Uhr im Eingangsbereich (Windfang) zur Schalterhalle der Kieler Nachrichten abgelegt. Es bot sich ein freier Platz an in einem Regal, in dem dort flyer angeboten werden. So war es gut zu sehen – sogar von draußen – und gegen Wind und Wetter geschützt.

    Wer immer es findet oder schon gefunden hat: Viel Spaß beim lesen!:smile:
    Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich freuen.
    Jürgen Behr

  15. Jürgen Weber schrieb am 26.08.2009 um 12:31 Uhr

    “Die Nudel lag auf dem Gehsteig.” So beginnt das Kinderbuch ‘Rico, Oskar und die Tieferschatten’ von Andreas Steinhöfel. Im Gegensatz zu der ‘Fundnudel’ habe ich dieses im doppelten Sinne ausgezeichnete Kinderbuch gestern aber nicht auf einem Bürgersteig ausgesetzt. Das Buch liegt sicherlich schon lange nicht mehr auf einem Tisch in einem Café in der Innenstadt, sondern ist bereits gefunden und sozusagen in Beschlag genommen worden.

    Der neue Besitzer wird sich hoffentlich ebenso erfreuen an Rico, der meist ein ein wenig länger überlegen muss und sich selbst ‘tiefbegabt’ nennt, und an Oskar, dem hingegen hochbegabten Jungen, der übrigens ohne seinen Motorradhelm grundsätzlich keinen Schritt vor die Haustür macht.
    In diesem Buch geht es jedoch nicht nur um Freundschaft, sondern es treibt auch ein Unhold sein Unwesen. Ob die beiden neuen Freunde am Ende den richtigen Riecher haben und den Verbrecher erwischen werden?
    Ein Buch, das zugleich witzig und spannend geschrieben ist und darüber hinaus zum Nachdenken anregt.

    Und vielleicht kann man hier schon bald nachlesen, wer das Buch gefunden hat und wir erfahren ein wenig mehr über die eine oder andere Zwischenstation auf seiner Reise.
    Ich hoffe, dass dieses Buch durch jede Menge Kinderhände geht und die glücklichen Finder stets aufs Neue in seinen Bann zieht.

  16. Susanne Schöttke schrieb am 26.08.2009 um 22:00 Uhr

    Liebe Lesende, ein weiteres Buch ist in die Freiheit entlassen.

    „Seide“ ist ein wunderschöner, zarter Roman von Alessandro Baricco. In „Seide“ geht es um eine unerfüllbare und unvergängliche Liebe. Es geht um zwei Menschen, die Bedeutung von Blicken und Gesten und wie man Sehnsucht und Begehren ausdrücken kann ohne auch nur ein einziges Wort miteinander zu wechseln.

    Die Geschichte um den Hauptprotagonisten Hervé Joncour, der die auf Wunsch des Vaters eingeschlagene militärische Karriere aufgibt und stattdessen mit Seidenraupeneiern handelt und hierbei der Liebe seines Lebens begegnet, ist in einer einfachen und zugleich intensiven Sprache erzählt.
    Das sinnlich-poetische an diesem kleinen/großen Roman (ca. 130 Seiten…) hat mich dazu bewegt, das Buch am Eingang des Opernhauses in Kiel auszusetzen.
    Ich bin gespannt und neugierig, wer es findet und ob es sich genauso auf Reisen begibt wie Hervé…

  17. Hans-Peter Bartels schrieb am 27.08.2009 um 16:54 Uhr

    Hauptbahnhof, acht Uhr morgens. Der Regionalexpress Richtung Hamburg, in dem ich “Logoland” deponiere, ist noch leer. Schon bald werden sich hier aber Menschen drängen, die nach Neumünster, Elmshorn oder Hamburg zur Arbeit fahren. Von meiner Frau, die in Hamburg arbeitet, weiß ich, wie nerv- und seelentötend tägliches Pendeln sein kann. Aber wenigstens hat man Zeit, etwas zu lesen! In diesem Fall den witzigen, aber auch aufrüttelden Roman von Max Barry. Im Logoland muß jeder flexibel sein, ein bißchen Gependel zur Arbeit ist da gar nichts: Arbeitnehmerrechte gibt es nicht mehr, die Beschäftigten tragen die Namen ihrer Firmen (”John Nike”), die Polizei ermittelt nur noch, wenn die Angehörigen von Verbrechensopfern das Geld dafür locker machen; wer nach einem Unfall den Krankenwagen ruft, wird zuerst nach seiner Kreditkartennummer gefragt. Die Manager und Bosse erklären dem Staat den Krieg: Regierungen bräuchten sie nicht mehr, sagen sie, sie kämen viel besser allein zurecht. Schön, daß in dieser Horrorwelt des Marktradikalismus am Ende doch das Gute siegt – in Gestalt von “Jennifer Government”, die, wie der Name schon sagt, für die Regierung arbeitet. Bei uns soll auch das Gute siegen! Und ich hoffe, daß “Logoland” dem Finder oder der Finderin ein wenig die endlosen Bahnstunden verkürzt. Wäre schön, vom Buch zu hören…

  18. dirk mirow schrieb am 27.08.2009 um 21:07 Uhr

    Tiefster Winter in Norddeutschland. Eine junge Anhalterin wird ermordet aufgefunden. So beginnt der spannende Krimi „UNSICHTBARE SPUREN“ von ANDREAS FRANZ. Ich habe ihn in der vergangenen Woche nachts gelesen, als ich mit meiner Tochter an der Schlei zelten war. Kommissar Sören Henning und seine Kollegin Lisa Santos von der Kieler Kripo jagen in Schleswig-Holstein einen Serienmörder. Viele der Tatorte und Schausplätze kommen uns daher bekannt vor. So wird ein Opfer zwischen Surendorf und Krusendorf umgebracht. Der Krimi ist guter Lesestoff für einen Sommerkurzurlaub. Franz gelingt eine dichte Atmosphäre und eine Beschreibung glaubwürdiger Charaktere. Er malt vor allem ein Psychogramm des Täters, das unter die Haut geht. Das Buch ist etwa zur Hälfte aus seiner Sicht geschrieben. Die andere Hälfte beschreibt – fast immer zeitgleich mit dem teils bürgerlichen, teils verbrecherischen Treiben des Mörders – die Ermittlungsarbeit. Der Täter scheint der Polizei immer eine Spur voraus zu sein. Mehr wird natürlich nicht verraten.

    Das Buch ist authentisch geschrieben, was ich daran merkte, dass ich mich unbewusst umsah, als ich mein Auto auf dem Parkplatz beim Wikingerdorf in Haithabu parkte, um mit meiner Tochter die „richtigen“ Wikinger zu besuchen, die im August in Haithabu für einige Wochen einziehen. Auf dem (zu dem Zeitpunkt unbelebten) Parkplatz geschieht im Winter einer der Morde in „Unsichtbare Spuren“.

    Ich hatte zunächst vor, das Buch an einem der Tatorte blutverschmiert zu verstecken. Das war mir dann aber doch zu gruselig. Der Kommissar wohnt in Gaarden. Daher findet man das Buch direkt am Vinetaplatz, wenn man im Mixx Grill danach fragt. Viel Spaß beim Lesen! Und ich freue mich natürlich, zu erfahren, welches Opfer es gefunden hat und welches sein nächster Tatort sein wird.

    Ach so: ich hatte im meinem ersten Beitrag weiter oben geschrieben, ich würde noch versuchen, den „SANDELF“ zu finden, den Susanne Gaschke dort am vergangenen Sonntag in einer „Sandkiste“ zwischen Holtenauer Straße und Reventlouschule verborgen hatte. Tatsächlich fand ich am Montag auch die wohl gemeinte Sandkiste eines Kindergartens, aber das Buch war natürlich längst verschwunden. Liebe Bettina Bogya, lieber Freddi, nach Durchsicht der Kommentare weiß ich inzwischen, wer den Sandelfen in seiner Besitz gebracht hat. Viel Freude damit!

    Dirk Mirow

  19. Robert Adler schrieb am 28.08.2009 um 14:31 Uhr

    Ich bin wohl einer glücklichen Finder eines Buches. Vor 5 Tagen habe ich auf einer Bank an der Kiellinie “Sherlock Holmes – Der Hund von Baskerville” gefunden. Obwohl ich schon einige Verfilmungen kannte, hatte ich das Buch noch nicht gelesen. Die 200 Seiten ließen sich gut lesen und das Buch ist nicht weniger spannend, als die bekannten Verfilmungen.
    Ich habe das Buch nun am Europaplatz draußen auf einem Tisch der Campus Suite ausgesetzt und bin schon gespannt, welche Station das Buch als nächstes macht.

    Von der Idee (Bookcrossing) hatte ich zuvor schon mal gehört und ich finde es spannend, dass die Aktion nun auch bei uns im Norden gestartet ist. Ich werde demnächst auch ein “eigenes” Buch auf die Reise schicken bzw. irgendwo aussetzen. Jetzt werde ich aber erstmal abwarten und schauen, ob der “Fnder” dieses Buches sich meldet.

  20. Andrea Behr schrieb am 28.08.2009 um 17:31 Uhr

    Andrea Behr schrieb am 28.08.2009 um 17.11 Uhr

    Hallo liebe Bücherfreunde, ich bin zwar nicht die ganz große Leseratte, aber dieses Buch “Kalte Asche” von Simon Beckett gehört eindeutig zu den Büchern, die man einmal aufgeschlagen nicht wieder weglegen kann, bevor das Wort “Ende” erschienen ist. Es handelt sich um einen atemberaubenden Kriminalfall mit vielen unvorhergesehenen Ereignissen, der auf einer britischen Insel spielt. Darum werde ich dieses Buch auf der Fähre zwischen dem Kieler West- und Ostufer aussetzen. Ich hoffe, der Finder wird genauso gefesselt sein wie ich und sich auf dieser Seite äußern. Zum Thema BOOKCROSSING möchte ich sagen, dass es eine Superidee ist, “Das gute alte Buch” neben dem Internet Bestand haben zu lassen.

    Viel Spaß beim Lesen wünscht Andrea

  21. Andrea Behr schrieb am 29.08.2009 um 02:37 Uhr

    Hi, liebe Buchfinder; heute war ein guter Tag für die Freilassung eines Buches; es war die “Kieler Museumsnacht”. Auf der Fähre von Kiel Westufer nach Kiel Dietrichsdorf setzte sich, kaum dass ich mein Buch “Kalte Asche” platzieren konnte, eine junge Frau neben mich, sah den Text “Lies mich” und war interessiert. Als die Fahrt über die Förde beendet war, konnte ich das Buch nicht wiederfinden.
    Ich hoffe, dass dieses Buch weiter so schnell angenommen wird. So soll es sein, so kann es bleiben.
    Liebes Buch: Gute Reise
    Ich hoffe, ich höre irgendwann etwas von dir.
    Andrea

  22. Kathrin Hachmann schrieb am 30.08.2009 um 16:41 Uhr

    Ich habe “Mrs. Frisby und die Ratten von NIMH” ausgesetzt. Nicht unter einem Rosenbusch, sondern in einem Einkaufszentrum in Kiel-Wik. Ein Buch für Kinder und gleichzeitig für Erwachsene, das zum Nachdenken über die eigene Lebensweise anregt: Im Buch die Ratten über deren Rattentum (ein bisschen wie im Zeichentrickfilm Ratatouille) und die Leserin über sich selbst. Als ich das Buch gut sichtbar in einem Einkaufswagen für Kinder gelegt habe, war es schon eine Viertelstunde später verschwunden. Jetzt geht das Buch also auch auf Wanderschaft, wie die Helden seines Inhalts… Gute Reise! Lass von Dir hören.

  23. Susanne Gaschke schrieb am 31.08.2009 um 10:43 Uhr

    Hallo Ihr Lieben,

    ich wollte an dieser Stelle auch noch mal ein Buch empfehlen, das ich noch nicht ausgesetzt habe, weil es ganz neu ist, das man sich aber unbedingt leihen oder kaufen sollte: “Die Vier” von Volker Zastrow. Es ist ein Buch über die vier hessischen Landtagsabgeordneten, die sich gegen Andrea Ypsilanti und die Zusammenarbeit mit der Linkspartei gestellt haben. Eine absolut packende Geschichte mit Romanqualitäten, dabei unheimlich nah dran an den Figuren und sehr kenntnisreich, was das SPD-Innenleben angeht. “Die Vier” werden beileibe nicht zu Helden stilisiert, aber man erkennt doch den ungeheuren Druck, unter den sie gesetzt wurden – und vielleicht kann man aus dem Buch lernen, Fehlentwicklungen in der eigenen Partei rechtzeitig zu erkennen. Für Sozialdemokraten keine ganz leichte, aber sehr erhellende Lektüre!

  24. Gerd Müller schrieb am 31.08.2009 um 11:06 Uhr

    Gleich zwei Bücher von mir kreuzen durch Kiel und wenn das Projekt gut läuft, werden es sicher noch mehr. Siegfried Lenz “Schweigeminute” hatte die Reise im Rathaus begonnen. Es ist eine wunderschöne Novelle über junge Liebe, Tod, das Leben an der Ostsee, melancholisch und anrührend und so schön, dass man es nicht oft genug lesen kann. Das gilt auch für Henning Mankells “Chronist der Winde”. Wer dieses Buch gelesen hat, versteht mehr über den vergessenen Kontinent Afrika. Im Caféhaus Tackmann in der Holtenauer Straße in Kiel hat es seine ersten Interessenten gefunden.

    Gern würde ich mir einen lebhaften Dialog über die “Bücherreisen” wünschen. Da bin ich gern bereit mitzuhelfen, dass aus dieser Kieler Aktion eine Kulturinitiative entsteht. Wer Lust an Lese- und Vorleseabenden hat, sollte sich melden. Die Volksbühne Kiel e. V. überlegt derzeit, eine solche Lesereihe zu organisieren, beispielsweise über die “verbotenen Dichter”, Tucholsky, Ringelnatz und andere kritische Geister …

    Übrigens: Die Volksbühne ist eine traditionsreiche, seit über 100 Jahren bestehende Theater- und Konzertbesucherorganisation, die in über 60 deutschen Städten gemeinnützig als Theater- und Kulturvermittler arbeitet. Entstanden ist sie aus der Arbeiterkulturbewegung Ende des vorletzten Jahrhunderts. Nach Berlin 1890 entstand in Kiel 1892 der zweite Volksbühnenverein.

  25. Rainer Wolff schrieb am 31.08.2009 um 19:11 Uhr

    Zeit wird es, dass ich von meinem Buch berichte. Schließlich habe ich es schon lezte Woche in die Freiheit entlassen und zwar an der Bushaltestelle vor dem Vereinsheim des TSV Russee, wo es im Übrigen auch schon wenig später verschwunden war.
    Es handelt sich um “Ein gutes Omen”, ein Roman von Terry Pratchett und Neil Gaiman. Das Buch handelt von nichts Geringerem als dem Untergang der Welt. Wer Terry Pratchett kennt, wird wissen, dass er auch dieses Thema mit britischem Humor, Sarkasmus, intelligenten Anspielungen auf Politik, Geschichte und Literatur angeht.
    Ein Buch, das man vielleicht besser liest, wenn man allein ist. Manche Mitmenschen reagieren gereizt, wenn jemand beim Lesen ständig vor sich hin wiehert oder vom Drang besessen ist, etwas vorzulesen.

  26. Herr Voß schrieb am 01.09.2009 um 11:55 Uhr

    Ich habe heute das “Irische Tagebuch” von Heinrich Böll freigelassen: http://www.flickr.com/photos/kaffeeringe/3876882349/

  27. Silke Reyer schrieb am 01.09.2009 um 12:06 Uhr

    Vor ein paar Tagen habe ich auf einer Bank vor den schönen Aussichten mein Buch
    “Obsession” Von Beckett ausgelegt. Es muss einen Liebhaber gefunden haben, denn inzwischen ist es weg. Hoffentlich hat jemand Freude daran, denn der Inhalt ist nicht so erquicklich.Gefunden habe ich noch keines, hoffe aber darauf.

  28. Horst Reyer schrieb am 01.09.2009 um 12:13 Uhr

    Am Sonna bend mein Buch frei gelassen, und zwar am Denkmal 1870/71 im Schlossgarten. Das Buch “Das steinerne Herz” von Arno Schmidt spielt 1953 und beschreibt das Leben in der noch jungen Bundesrepublik und der damals noch zugänglichen DDR. Arno Schmidt ist zwar vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet worden, galt wegen seiner experimentellen Schreibweise aber meist als ziemlich unlesbarer Exot. Ich hoffe, dieses Buch überzeugt viele Finder von den humorvollen Qualitäten von Arno Schmidt.

  29. Silke Reyer schrieb am 01.09.2009 um 12:23 Uhr

    Hallo, Ihr Teilnehmer, ich finde, dass einige Beiträge zu lang sind. Ich meine, knapper
    wäre besser und die Finder sollen doch nicht abgeschreckt werden, etwas zu schreiben und deren Reaktionen wären doch viel interessanter.

  30. Uwe Danker schrieb am 01.09.2009 um 21:19 Uhr

    Bücher brauchen Menschen, die Zeit zum Lesen haben – oder sich Zeit nehmen (können). Wo sind sie, die Müßiggänger, zu finden? Mein gewähltes Werk, Kazuo Ishiguro’s “Alles, was wir geben mussten”, habe ich heute am Nachmittag ausgesetzt im Restaurant des Golf-Clubs Kitzeberg. – Übrigens ein beängstigendes, aber fesselndes, also furchtbar gutes Buch.

  31. dirk mirow schrieb am 03.09.2009 um 17:15 Uhr

    eine ergänzende bemerkung zu SUSANNE GASCHKE (vom 31.8.):

    lese auch gerade “DIE VIER”! für politisch interessierte ein spannender krimi, der noch einmal viel hintergrund liefert. ja, ja, “das eherne gesetz der oligarchie” (michels). ein lehrstück über konformität und abweichendes verhalten in parteien.

    ich persönlich finde das buch auch insofern noch richtig interessant, weil ich auch am rande die damaligen geschehnisse ganz intensiv verfolgt habe: ich hatte damals allen hessischen spd-abgeordneten nach dagmar metzgers ausscheren eine mail geschrieben und von ca. einem viertel eine antwort bekommen und stand die monate danach bis dezember mit einigen im regen mail-kontakt.

    darunter bekam ich leider so bittere reaktionen wie die vom (ehemaligen) landtagsabgeordneten marco pighetti, dagmar metzger sei für ihn ein “schmutziger parasit”, der das in dem buch sehr plakativ beschriebene innenleben von teilen der hessischen spd illustriert. neben anderen wie gernot grumbach oder michael paris (die in dem buch auch vorkommen) haben mir von den “VIER” dagmar metzger kein mal, jürgen walter einmal, carmen everts und silke tesch (absolut ehrliche haut wie bei ZASTROW beschrieben) zweimal geantwortet. alle drei haben mir ganz erhebliche bedenken geschildert auch gegenüber dem zweiten anlauf und wie schwierig es sei, mit andrea ypsilanti darüber zu sprechen.

    andererseits macht ZASTROW ja deutlich, dass vor allem machtpolitische überlegungen bei den VIER (oder mindestens Everts und Walter) dahinter standen, auch mit treibende kraft für den zweiten anlauf zu sein in der hoffnung, sich ein kompetenzreich ausgestattetes wirtschaftsministerium mit einem minister walter unter den nagel reißen zu können. nachdem sich dies nicht erfüllte, zogen sie dann die reißleine. wobei ich es ehrlich gesagt nicht so fernliegend finde, dass ein solches handeln in der politik einen machtpolitischen hintergrund haben könnte. soll ja in der politik manchmal um macht gehen. aber dann darf man sich natürlich auch nicht als ritter des gewissens aufspielen.

    bemerkenswert (viele werden sagen “dämlich”) finde ich noch, dass sie den schritt (vermutlich unterschiedlich stark ausgeprägt) in dem bewußtsein gegangen sind, dass sie damit ihre politische karriere vernichten. das hatte ihnen gerhard bökel auch so vorher gesagt, dass die hessische spd so etwas niemals verzeihen wird. vorhersehbar war auch, dass einige von ihnen wenigstens vorüber gehend auch ihre persönliche und wirtschaftliche existenz zumindest gefährden würden. dagmar metzger fällt als teil der wiesbadener etablierten gesellschaft weich. jürgen walter muß sich jetzt als rechtsanwalt zwar erstmal etablieren, wird dann aber sicher sein auskommen haben. silke tesch ist schwerbehindert und ihr mann berufsunfähig; das landtagsmandat war eine wichtige einkommensquelle. carmen everts hatte als promovierte politologin als rückfallposition eine referentenposition in der fraktion. jetzt will sich die fraktion von ihr trennen, was verständlich ist; sie ist derzeit beurlaubt. durch ihre bisherige karriere im “tendenzbetrieb” spd könnte sie schwierigkeiten haben, in einem derzeit angespannten arbeitsmarkt außerhalb von partei, gewerkschaften oder friedrich-ebert-stiftung schnell einen job zu finden. aber kein mitleid. sie haben es vorher gewußt oder hätten es als profis wissen müssen.

    darin liegt aber noch ein unterschied zum rücktritt von werner marnette, den ich schon ganz bemerkenswert fand: der springt durch seine millionenschwere pension von seiner tätigkeit als industriekapitän der norddeutschen affinerie mit einem goldenen fallschirm ab, während sich carmen everts wahrscheinlich erstmal noch etwas umgucken muß.

    wenn ich das buch ausgelesen habe, werde ich es auch aussetzen. wahrscheinlich im landeshaus (und dann heimlich beobachten, wer es sich nimmt …).

  32. Gesa Langfeldt schrieb am 05.09.2009 um 15:03 Uhr

    “Freigelassen” habe ich mein Buch “Brick Lane” am Hindenburgufer im Cafe Pennekampam am Freitag Nachmittag.
    Sich von Nazneen aus der Brick Lane zu trennen ist mir nicht leicht gefallen, aber auch sie hat sich letzendlich ihre “Freilassung”erkämpft und nun freue ich mich, das weitere Leserinnen und Leser den Weg mit Nazneen gehen können.

  33. Heike Marie Krause schrieb am 05.09.2009 um 19:06 Uhr

    Hallo,

    ich habe heute in Gaarden beim “Mixx Grill” am Vinetaplatz “Unsichtbare Spuren” von Andreas Franz gefunden. War aber nicht einfach. Die Projektbeschreibung ist wohl verloren gegangen und die Mixx-Grill-Dame dachte, dass ich das Buch klauen wollte. Das hat sich nach einer kleinen Diskussion zum Glück noch klären können.
    Also, Leute, diese Projektbeschreibung ist wirklich wichtig, ansonsten versteht das Umfeld nicht unbedingt, warum man suchend in der Gegend herum schleicht.

    Morgen melde ich mich noch einmal und werde auch Buch aussetzen. Diese Aktion finde ich sehr spannend.

    Schönen Gruss vom Südfriedhof.

  34. Heike Marie Krause schrieb am 06.09.2009 um 21:11 Uhr

    Morgen, 7.9., werde ich um 8.30h das Buch “Tokyo Love” von Hitomi Kanehara hinterlegen. Das Buch wird sich auf einer Bank im Südfriedhof befinden. Die Bank steht in Nähe der Gruftanlage.

    Das Buch ist ein preisgekrönter Debütroman und erzählt von einer schockierenden Liebesbeziehung, in der Leidenschaft und Schmerz, Licht und Dunkelheit, Liebe und Haß sich die Waage halten.

    “Er warf mir einen kurzen scharfen Blick zu, der mich schmerzhaft durchfuhr.
    “Nun ja”, murmelte er und strich mir dabei über den Kopf. Ich wußte nicht, was mich plötzlich so traurig stimmte, aber mir rannen Tränen übers Gesicht.
    “Was war das für ein Gefühl?”
    “Ein tolles Gefühl”, erwiderte er, als hätte ich ihn gefragt, wie er das Bad empfunden hätte. Ich sprach offenbar mit der falschen Person.
    “Aha”, sagte ich leise und bereute, dass ich angefangen hatte zu heulen.
    “Zieh dich aus!”
    “Wolltest du nicht was besorgen?”
    “Dein verheultes Gesicht macht mich geil.”
    Ich zog mich bis auf die Unterwäsche aus und streckte ihm meine Arme entgegen.”

    Viel Spass beim Lesen.

  35. Dirk Mirow schrieb am 07.09.2009 um 10:55 Uhr

    Ich habe heute – natürlich im landeshaus – das buch “DIE VIER – eine Intrige” ausgesetzt. Susanne Gaschke und ich haben oben (31.8. und 3.9.) schon über das buch berichtet. VOLKER ZASTROW, ein redakteur der FAZ, liefert auf der Grundlage umfassender Recherche viele Hintergründe und Details zu dem Weg der vier SPD-Abweichler Jürgen Walter, Carmen Everts, Silke Tesch und Dagmar Metzger in Hessen, die am 3. November letzten Jahres Andrea Ypsilanti gestürzt haben. Eine spannende Geschichte über Macht, Moral und Mut.

    Jetzt kann man sich ausmalen, welcher Landtagsabgeordnete das Buch wohl finden wird und wie sie oder er es findet – auch vor dem Hintergrund des eigenen politischen Lebens. Interessant …. Noch interessanter wäre es natürlich, wenn sie oder er hier darüber berichtet.

  36. Tanja Reese schrieb am 10.09.2009 um 17:22 Uhr

    :razz:
    Habe gestern – Einmal Hans mit scharfer Soße – wieder freigelassen und zwar in der Buslinie 502 Richtung Strande .
    Coole Idee !
    Ich selber habe das Buch in der Postfiliale am Altem Markt gefunden .
    Sehr gutgeschriebenes lustiges Buch .:wink:

  37. Yves Stübe schrieb am 11.09.2009 um 13:48 Uhr

    Ein freies Buch hat sich im Taktlos auf die Reise gemacht. Es ist “Grün ist die Hoffnung” von T.C. Boyle.

    Dies Buch beschreibt nicht die Hoffnung die mit der “Grünen Partei” verbunden wird, sondern ist eine Geschichte über Freundschaft, Chaos und Drogen. Viel Spaß beim lesen.

  38. Sebastian Lehmann schrieb am 13.09.2009 um 18:22 Uhr

    “Milagro – Krieg im Bohnenfeld” im Prinz Willi ausgesetzt. Beinahe von der Kellnerin dabei erwischt worden – knappe Angelegenheit, das. Bin ein wenig neidisch auf die zukünftigen Erst-Leser. Muss jetzt selbst die Augen offen halten.

  39. Susanne Gaschke schrieb am 15.09.2009 um 16:53 Uhr

    Möchte irgend jemand vielelicht ein Buch tauschen? Ich quäle mich gerade durch den aktuellen Roman (auf Englisch) von Robert Bolano: “2666″. Ich weiß nicht, entweder bin ich im Moment nicht aufnahmefähig, oder ich habe doch grundsätzliche Probleme, südamerikanische Autoren zu verstehen. Hat jemand was Klareres im Angebot, gern angelsächsische Autoren, gern klug, aber nicht sooo klug? Und Interesse an Bolano?

  40. Jan-Ole Prasse schrieb am 19.09.2009 um 21:16 Uhr

    Habe heute auf der Fensterbank der Bundespolizei im Kieler Bahnhof das Buch “Felidae” von Akif Pirinçci freigelassen.

    Der Krimi des deutsch-türkischen Autors aus der Pfalz spielt ausschließlich unter Katzen. Die Hauptperson, der Kater Francis, ermittelt in einer brisanten Mordserie. Das Buch ist der grandiose Auftakt zu einer großartigen Krimiserie.

  41. Gerd Prasse schrieb am 20.09.2009 um 08:36 Uhr

    Die unglaubliche Geschichte eines Torwarts, aufgeschrieben von Ronald Reng unter dem Titel “Der Traumhüter”, ist in der Kieler Fußgängerzone, natürlich vor einem Sporthaus (Knudsen), auf die Transferliste gekommen.
    Der Autor liefert einen unterhaltsamen, amüsanten und dennoch kritischen Einblick in die Welt des Profifussballs, vor allem der englischen Erstliga. Die Begegnung des Torwarts mit dem Bundesligamanager Calmund anläßlich von Gehaltsverhandlungen ist eine der spannendsten und witzigsten Passagen des Buches. Die Idee und die Struktur des Buches beruhen auf realen Erlebnissen und lesen sich wie ein Roman.

  42. Monika Meyer schrieb am 21.09.2009 um 11:38 Uhr

    Ich habe vor ca. 3 Wochen das Buch “Der Hund von Baskerville” in der Bahn auf dem Weg zur Arbeit gefunden. Über das Buch wurde hier schon einiges
    beschrieben. Meiner Meinung nach ist “Der Hund von Baskerville” das
    spannendste Sherlock Holmes-Buch, welches mir die Fahrten zur Arbeit angenehmer gemacht hat. :wink:

    Ich habe das Buch nun im Sophienhof an einem Tisch der Gastronomie-
    Meile freigelassen und wünsche dem Finder des Buches viel Lesespass.
    Monika

  43. Hans-Michael Biallowons schrieb am 21.09.2009 um 16:43 Uhr

    Ich habe “Die Attentäterin” von Yasmina Khadra freigesetzt. Er – der Name ist das notwendige Pseudonym für einen männlichen Autor – läßt uns eine Wirklichkeit nacherleben, von der wir fast nichts wissen. Lesen! Weitergeben!
    Henner

  44. Lisa schrieb am 24.09.2009 um 18:32 Uhr

    Gojen Dach,
    jetzt ist es frei. Ich habe Arnaldur Inridasons Menschensöhne in seiner Heimat auf Island ausgesetzt!!! In der Hotellobby. Hier haben wir gestern zusammen das TV Duell im Livestream gesehen, mit Blick auf die von Inridason toll beschriebene Landschaft. Wahlkampf auf Island geht, wobei hier alle bereits gewählt haben…das RICHTIGE natürlich.

    Beste Grüße, Sende euch ganz viel Energie!

  45. Björn schrieb am 25.09.2009 um 23:06 Uhr

    Ich habe das Buch gefunden…was für ein Glück!!!

    Sonntag werden sich einige Herrschaften noch wundern, vor allem die mit schwarzen und gelben Kravatten!! Werde wahrscheinlich die Wahlergebnisse am Sonntag in der Deutschen Botschaft auf Island verfolgen.
    Euch noch die nötige Kraft für den Endspurt!!!

  46. Doreen Sharav schrieb am 05.10.2009 um 20:51 Uhr

    “Das steinerne Herz” fand ich im September am Denkmal 1870/71. Ich wußte nichts von der Aktion, war aber sowieso auf der Suche nach einem kleinen Buch zum Rumschleppen und Zwischendurchlesen. Habe auch kurz an den Weihnachtsmann gedacht:) und mich über den Fund gefreut. Die ersten Seiten fand ich schwierig zu lesen, aber nun genieße ich es und bin begeistert von der bildreichen Sprache, der genauen Beobachtung und Darstellung der Historie. Den Fundort finde ich sehr passend und werde das Buch an einem sonnigen Tag wieder dort hinbringen.

  47. Oedi schrieb am 16.01.2010 um 18:09 Uhr

    Erst jetzt bin ich durch einen Forumsbeitrag im “echten” BookCrossing auf diese Aktion gestossen – im Grunde ja ne feine Sache – aber ich finde es doch reichlich enttäuschend, daß weder im Aktionsflyer auf die eigentliche website hingewiesen wird noch hier im einleitenden Text. Und daß offenbar die Bücher auch garnicht, wie es ja eigentlich der Sinn des Ganzen ist, im Netz (unter http://www.bookcrossing.com) registriert werden, d.h., ihre eigene Nummer (BCID) bekommen, unter der dann ihre Reise auch wirklich verfogbar bleibt.
    Da hätte man sich doch von einer großen Partei gewünscht, daß sie sich besser informiert. Und nicht einfach nur nachmacht – ohne Verweis aufs echte BookCrossing, aber dessen Namen verwendend.
    :oops:
    Wie würde es der SPD gefallen, wenn Jd. ihre Ideen und ihren Namen für seine privaten Aktionen verwenden würde???
    Na, ich wünsche trotzdem weiter viel Spaß. Vielleicht lässt sich ja im Text oben und im Flyer noch kurz mal eben Wesentliches einfügen – meint
    Oedi
    (das ist übrigens mein BC-screenname)

  48. Benjamin Raschke schrieb am 16.01.2010 um 19:06 Uhr

    Hallo Oedi,

    vielen Dank für die Hinweise – dazu würde ich auch nur kurz anmerken wollen, dass die Kieler SPD nicht beabsichtigt hatte, eine Konkurrenz zum “großen” BookCrossing darzustellen … vielmehr wollten wir in einem Wahlkampf eine Aktion durchführen, bei der Bürger_innen mitmachen können und die auch mal etwas neues darstellt. Das ist uns ja im Wahlkampf offenbar auch geglückt.
    Zu der rhetorischen Frage am Ende: Es mag eigenartig klingen, aber wir sind immer sehr glücklich, wenn unsere Ideen von anderen kopiert werden :grin: Für eine Idee ist das schließlich die höchste Auszeichnung, wenn sie kopiert wird!

    Viele Grüße,
    Benjamin Raschke

  49. Bibo59 schrieb am 16.01.2010 um 22:58 Uhr

    Moin!
    Ich gehöre auch zu den echten Bookcrossern und ich finde es ist eine Frechheit, wie die SPD diese Idee für sich instrumentalisiert, ohne auf die wirkliche Herkunft zu verweisen.
    Das echte bookcrossing ist nämlich weder (Partei-)politisch, noch missionarisch.
    Mit freundlichem Gruß,
    Bibo59

  50. kuschelgruft schrieb am 17.01.2010 um 07:38 Uhr

    Moin!

    Ich bin bin ebenfalls ein Original-Bookcrosser. Ich finde es gut, dass die SPD sich zumindest mit dem Thema Leseförderung beschäftigt und versucht ein wenig Bewegung in die manchmal etwas lesemüde wirkende Nation zu bringen… ABER das Original-Logo zu kopieren und es dann auch noch so erscheinen lassen, als ob das Bookcrossing eine eigene Idee ist, empfinde ich als nicht korrekt. Sicher ist es eine Auszeichnung für das Original, wenn es kopiert wird… aber Raubkopien sind verboten, Plagiate werden vom Zoll eingezogen, bei Patentverstößen wird man verklagt und sollte man sich im Studium mit anderen Federn schmücken und dabei erwischen lassen, wird einem der Titel aberkannt bzw. gar nicht erst verliehen!
    Will sich die SPD wirklich einfach so in die Reihe derer einreihen, die ungeniert kopieren und geistiges Eigentum rauben? Bookcrossing ist, wie Bibo59 schon sagte, unparteiisch und nicht religiös orientiert. Es gibt viele Kirchengemeinden die offiziell Bookcrossing betreiben, die nutzen aber auch ganz regulär das Original-Forum und werden von uns entsprechend unterstützt.
    Mich macht diese merkwürdige Haltung der Kieler SPD nachdenklich! Ich denke, ich werde mal den Kontakt mit meinem eigenen Abgeordneten in Hamburg suchen und ihn fragen, ob er eine ähnliche Haltung hat zum Thema Raubkopien und Diebstahl geistigen Eigentums?!
    Wenn es tatsächlich so sein sollte, dass es die Einstellung der SPD ist, sich einfach eine Idee zu “leihen” und ohne Verweis auf die ursprüngliche Quelle als ihre eigene auszugeben, muß ich beim nächsten Wahlgang mich doch mal ernsthaft in den Parteiprogrammen der anderen Parteien umsehen, ob es nicht eine Partei gibt, die meine Interessen besser vertritt als (wie bisher) die SPD!

    Mit freundlichen Grüßen
    kuschelgruft (mein BC-Screenname)

  51. Jan Nikoma schrieb am 17.01.2010 um 08:51 Uhr

    Hier tut sich wieder was? Ich hatte im Wahlkampf den RSS-Feed abonniert und nicht geglaubt, dass hier ein paar Monate danach noch Diskussionen geführt werden.

    Ich steck da zwar nicht drin, aber ich glaube, die SPD wollte mit der Aktion wohl niemandem schaden und ich hatte zwar nicht das Glück, eines der ausgesetzten Bücher zu finden – aber auch “aus der Entfernung” kann ich an der Aktion nichts parteipolitisches erkennen … es werden offenbar nicht nur Parteibücher :wink: auf die Reise geschickt.

    Aber wenn ich mal aus dem Flyer oben zitieren darf:
    Diese Aktion heißt Book Crossing und kommt aus den USA. Die Bücher auf Reisen
    sollen möglichst vielen Menschen Spaß am Lesen vermitteln. Das Kieler Book
    Crossing hat der Kieler SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Bartels
    organisiert. Er und die drei Kieler SPD-Landtagskandidaten möchten darauf
    hinweisen, wie wichtig Bücher für ein gutes Leben sind.

    Da kann ich gerade nicht erkennen, dass irgendwer versucht, das als eigene Idee zu verkaufen. Wenn einzelne Organisationen einen Flashmob organisieren, macht man ihnen das doch auch nicht zum Vorwurf – und die verweisen meist auch nicht darauf, dass sie sich das nicht selbst ausgedacht haben …

    Also Leute, Ball flach halten – schließlich läuft das Projekt offenbar seit Anfang Oktober gar nicht mehr (da mögen mich die SPDler korrigieren) und mit gut 40 Einträgen hier war’s wohl auch keine allzu große Konkurrenz :-)

  52. allemagne schrieb am 17.01.2010 um 10:34 Uhr

    hallo zusammen,
    wir freuen uns natürlich immer über zuwachs in unserer BC-Familie.
    Allerdings hätte der Finder eines Eurer Bücher sicher mehr Freude gehabt (und daran angeknüpft) wenn die Sache richtig vorgestellt worden wäre.
    Wenn ein Buch registriert wird und dadurch auf dem Portal der Bookcrosser eine BCID (Registriernummer) erhält, ist nämlich die Reise nachvollziehbar und ohne diesen Schritt ist Bookcrossing nur halb so schön, weil man von seiner Lektüre nie mehr was hört.
    Daher finde ich es schade dass bei der Aktion die Parteifreunde und Anhänger nur zu hälfte aufgeklärt wurden. Deshalb läuft Sie ja auch seit Oktober nicht mehr :-(
    Es hätten mehr den Weg und gefallen an der Sache finden können wenn es richtig aufgezogen worden wäre.

    Allgemein soll noch gesagt sein:
    -BC ist kostenlos
    -BC kann hält die Option “Anonymität” für die Finder eines Buches bereit
    -Deutsche Support Seite Bookcrossers.de
    -Allgemeine Seite bookcrossing.com

    Gruß Allemagne (mein BC-Screenname)

    P.S. zur Angabe der Mailaddresse (Pflichtfeld, wird nicht angezeigt) :
    ich wünsche keine Werbung der Kieler SPD :-)

  53. olagorie schrieb am 17.01.2010 um 13:01 Uhr

    Auch ich empfinde Ihre Antwort gelinde gesagt als Frechheit.

    Wenn es bei Ihrer Aktion schwerpunktmäßig um das Fördern des Lesens gegangen wäre, hätten Sie Kontakt zu Bookcrossing.com aufgenommen. Stattdessen ging und geht es Ihnen offensichtlich nur um Wahlkampf und Ihre eigene Profilierung. Warum haben Sie nicht vorab Bookcrossing.com’s Pressestelle kontaktiert?

    “Ehrliche” Öffentlichkeitsarbeit sieht anders aus. :oops:

    Wir freuen uns immer über neue Mitglieder – bei uns wird ein fairer Umgang miteinander großgeschrieben, deshalb reagieren wir hier so kritisch.

    Mit Ihrer Aktion haben Sie den Kieler Bürgern ein falsches Bild von Bookcrossing vermittelt. Ihre Aktion ist dilletantisch, effekthascherisch und nicht langfristig angelegt.

    Es verwundert daher wenig, dass sie bereits nach wenigen Wochen im Sand verlaufen ist.

    Vielleicht sollten Sie doch nochmal darüber nachdenken, welches Bild Sie hier von sich durch Ihre Reaktion vermitteln.

    *kopfschüttelnd*

    Auch ich werde meinen SPD-Abgeordneten deswegen kontaktieren.

  54. Bibo59 schrieb am 17.01.2010 um 13:12 Uhr

    Noch ein Tipp für Kieler die Gefallen am echten Bookcrossing bekommen haben:
    Im Charmissimo am Europaplatz in Kiel gibt es eine OBCZ (offizielle bookcrossing zone) Hier kann sich jeder registrierte Bücher aus dem Regal nehmen und tauschen.
    Unser nächstes Treffen dort findet am 30.1.2010 statt.

  55. Falk Stadelmann schrieb am 17.01.2010 um 19:18 Uhr

    Ich finde die Unterstützung des Lesens, Leseförderung im allgemeinen, generell unterstützenswert. Deswegen setze ich mich als Mitglied der SPD-Fraktion in der Kieler Ratsversammlung gemeinsam mit meinen Fraktionskolleginnen und -kollegen für den Erhalt öffentlicher Stadtteilbüchereien ein, und deshalb unterstütze ich auch die Bookcrossing-Aktion der Kieler SPD-Abgeordneten, genauso wie ich das weltweite Bookcrossing-Projekt begrüße. Es ist eindeutig gesagt, dass die Idee für das Bookcrossing nicht ihren Ursprung in der Kieler SPD hatte (dort haben andere gute Ideen ihren Ursprung), sondern dass eine bereits praktizierte Idee verwendet wird. Allerdings ist das Prinzip “Bookcrossing” als Mittel, Interesse für das Lesen zu gewinnen, meines Wissens zum ersten Mal (jedenfalls im Bundestagswahlkreis Kiel und in den drei Kieler Landtagswahlkreisen) während einer Wahlkampfzeit öffentlich in den Vordergrund gestellt worden. In solchen Zeiten werden in einem demokratischen Gemeinwesen die politischen Alternativen gegenübergestellt, über welche die Bürgerinnen und Bürger dann mit der Ausübung des Stimmrechts entscheiden, welcher die Mehrheit den Vorzug gibt. Und es ist gut, dass die Haltung von Kandidaten für politische Mandate zum Thema “Lesen” öffentlich thematisiert wird (was durch einen Beitrag in der Lokalzeitung “Kieler Nachrichten” auch geschehen ist). In Kiel selbst gab und gibt es unterschiedliche Auffassungen zwischen SPD und CDU, ob öffentlichen Büchereien in den Stadtteilen gerade für Menschen, die sich den Kauf neuer Bücher nicht leisten können oder wollen, nun mit städtischen Mitteln finanziert werden sollen oder nicht. Und die Bildungspolitik – vorgeblich von allen politischen Parteien in den Vordergrund gestellt – und die Ernsthaftigkeit, mit der sich Politkerinnen und Politiker diesem Thema widmen, bemisst sich auch daran, ob sie z.B. das “altmodische” Lesen von Büchern für gar nicht so altmodisch (sondern sogar für förderungswürdiger) erklären als die Neuausstattung von Schulen mit Computern. Eine öffentliche Diskussion darüber, wie das Lesen von Büchern vor der Verdrängung durch die Neuen Medien geschützt werden kann (z.B. im Wettbewerb der nur begrenzt verfügbaren Zeit: Lieber chatten, oder lieber lesen), ist nötig, auch und gerade im politischen Raum. Nicht nur die Kandidaten für politische Ämter, sondern alle Bürgerinnen und Bürger sollten sich an ihr beteiligen. Umso besser, wenn in Zeiten hoher Aufmerksamkeit auf politische Vorgänge (und das sind Wahlkämpfe nun mal) das Augenmerk auch auf dieses Thema gerichtet wurde. So wird keine Konkurrenz zu begrüßenswerten Projekten geschaffen, sondern die Aufmerksamkeit noch erhöht. Das ist zugleich gemeinnützig und eigennützig: Gemeinnützig, weil die öffentliche Diskussion um die öffentlichen Angelegenheiten (die “res publicae”) in einer demokratischen Republik eine Grundlage der verfassungsmäßigen Ordnung ist, und weil Diskussionen verlangen, dass die Teilnehmer Stellung beziehen. Das hat die Kieler SPD mit ihrer eigenen Bookcrossing-Aktion getan (ist nur einer ihrer Schritte, siehe Politik zur Stadtteilbüchereien etc.). Und eigennützig ist die Idee, weil so die Menschen sehen, was die Kieler SPD von den anderen Kieler Parteien unterscheidet: Demokratie verlangt nach Alternativen, und mit ihrer Aktion hat die Kieler SPD an der Unterscheidbarkeit ihres politischen Profils gegenüber anderen Parteien gearbeitet. Und das ist auch gut so.

  56. Bibo59 schrieb am 17.01.2010 um 20:06 Uhr

    Da haben Sie jetzt aber einen schönen Wahlkampfartikel geschrieben!

    “ob sie z.B. das “altmodische” Lesen von Büchern für gar nicht so altmodisch (sondern sogar für förderungswürdiger) erklären als die Neuausstattung von Schulen mit Computern.”

    Das ist ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Beides ist gleich wichtig, Unfair Bücher gegen hochwertige moderne Schulausstattung auszuspielen. In beiden Fällen sparen Sie an der Bildung.
    Man könnte auch ganz boshaft behaupten: Wenn alle Bookcrossing machen würden, bräuchte man überhaupt keine Büchereien mehr sondern könnte das ganze Geld für den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan ausgeben. (Ironieschalter selbstandig betätigen.)

  57. Falk Stadelmann schrieb am 17.01.2010 um 20:42 Uhr

    Bibo59 hat insofern unrecht, als dass ich keinen “Wahlkampfartikel”, sondern einen Beitrag zur Rechtfertigung von Wahlkämpfen geschrieben habe. In Deutschland ist der Begriff des Wahlkampfes ja leider oft mit negativem Unterton besetzt, was für einen demokratischen Staat im Grunde genommen unverständlich ist: Wer in unserem Staat einen entscheidenden Einfluss in den vorgesehenen Organen ausüben will, muss sich davor allen Bürgerinnen und Bürger zur Wahl (und gleichzeitig zur Auswahl unter mehreren Alternativen) stellen. Das ist etwas sehr positives, genauso wie die vorangehende Auseinandersetzung. Sie gehört notwendig dazu. Wer über Wahlkampf verspottet, spottet ein bißchen auch über das demokratische System (u. verhält sich wie jemand, der einen Fußballmannschaft vorwirft, dass sie ja nur ins gegnerische Feld stürme, um Tore zu schießen…). Eine bessere Alternative zur Demokratie sehe ich nicht, schlechtere dagegen zuhauf.

    Was die Alternative “Lesen – Neue Medien” angeht, wäre doch mal zu überlegen, was bei begrenzt verfügbarer Zeit den Vorrang haben muss in der schulischen Erziehung (beides ist gleich wichtig, geht ja nicht, wenn zusätzlich auch noch die Schulzeit immer kürzer wird…). Oder eine andere Alternative muss den Nachrang einnehmen (Kunst? Philosophie? Sport?), was ich ebenfalls für falsch hielte. Aber schön, wenn hier – an kleiner Stelle – eine Diskussion beginnen könnte…

  58. Benjamin Raschke schrieb am 18.01.2010 um 00:42 Uhr

    Vielen Dank für die bemerkenswerten Diskussionsbeiträge – sofern sich dies jemand außerhalb dieses Kreises durchlesen sollte, hat er/sie nun von Ihnen auch einiges an Informationen erhalten, wie man am Bookcrossing teilnehmen kann.
    Wenn ich den Kern der Empörung richtig verstanden habe, sehen Sie die Plattform bookcrossing.de als rechtmäßige Eigentümerin des Bookcrossing-Gedankens an und erheben daher einen Alleinvertretungsanspruch.
    Das kann die Kieler SPD doch eigentlich erstmal nur zur Kenntnis nehmen, oder?

    Auf zwei Aspekte will ich noch eingehen, damit sie auch beantwortet werden:
    Das Logo für unsere Bookcrossing-Aktion habe zufällig ich erstellt, wobei ich die bundesweite Initiative gar nicht kannte und mich eigentlich an dem “Wildwechsel”-Straßenschild orientiert habe. Das ist offensichtlich ein ähnlicher (weil vom Namen her naheliegender) Ansatz wie bei dem anderen Logo. Wenn es da zu Verwechslungen kommen sollte, würde mir das Leid tun!
    Meine Äußerung zur “geklauten Idee” war durchaus etwas scherzhaft gemeint – wenngleich ich aber immer noch nicht ganz erkennen kann, wieso solch eine Idee wie das Bookcrossing irgendwie durch das Urheberrecht geschützt sein sollte – es ist ja nur eine Idee bzw. ein Prinzip und kein eigenständiges Werk. Wir haben übrigens an keiner Stelle geschrieben, dass das Bookcrossing eine geniale Idee der Kieler SPD war … auf den Hinweis zum amerikanischen Ursprung wurde weiter oben schon von einem anderen Diskussionsteilnehmer hingewiesen.

    Es gibt aus meiner Sicht nun noch zwei Fragen:
    Sofern der Kieler SPD zumindest zugestanden wird, eine Bookcrossing-Aktion durchzuführen, hätten Sie es denn wirklich befürwortet, diese auch eng mit der deutschen Plattform zu vernetzen? Ich glaube, die von Ihnen angestrebte Parteiferne hätte gerade dann gelitten und das kann ich auch nachvollziehen (sonst wird’s immer schwierig die NPD usw. abzulehnen).
    Um vielleicht konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten: Was wären denn jetzt Ihre Erwartungen an die Kieler SPD? Werbung brauchen wir ja mittlerweile nicht mehr für bookcrossing.de zu machen, das haben Sie schon freundlicherweise erledigt, wenngleich die ein oder andere Äußerung vielleicht nicht sehr einladend wirkte.

    Vielleicht noch ein allerletztes Wort zur Verallgemeinerung – zum einen glaube ich nicht, dass Ihre SPD-Abgeordneten vor Ort (wenn Sie denn seit September noch welche haben sollten :???: ) Interesse an oder Einfluss auf die Arbeit der Kieler SPD haben.
    Genauso hoffe ich für Sie, dass Sie Ihre Wahlentscheidung nicht von dieser Frage abhängig machen – wäre schade um Ihre Stimme, die Sie für wichtigere Dinge einsetzen könnten (unabhängig davon, wo Sie das Kreuz machen).

  59. kuschelgruft schrieb am 18.01.2010 um 10:14 Uhr

    :grin: Lieber Herr Raschke,

    sowas nenne ich eine vernünftige Antwort! (Genau wie die von Herrn Stadelmann)
    Mich persönlich hat bei Ihrer vorherigen Antwort sehr aufgeregt, dass Sie anscheinend den Eintrag von “Oedi” nicht ernst genommen haben und zusätzlich geltendes Bundesrecht ebenfalls nicht so recht Ernst nehmen… frei nach dem Motto “Kopieren? Das macht doch jeder!”. Mich stören sowohl privat als auch beruflich Urheberrechtsverletzungen sehr und wie ich schon schrieb, finde ich die SPD-Aktion eigentlich sehr gut und unterstützenswert. Vielleicht wäre es einen Versuch wert gewesen, eine kleine Anfrage im Forum zu stellen. Ich z.B. hätte so eine Aktion gerne unterstützt, weil mir die SPD immer sehr sympatisch war. Es bleibt ja jedem Bookcrosser selbst überlassen, welche politische Meinung er hat und was er unterstützt oder auch nicht. Wichtig ist uns nur, dass das Forum eben nicht zum Wahlkampf verwendet wird bzw. der Eindruck entsteht, dass wir unmittelbar mit einer Partei zusammenhängen.

    Es mag der Eindruck entstanden sein, dass wir den Anspruch erheben die “einzig wahren Bookcrosser” zu sein. Dem ist natürlich nicht so! Wir freuen uns immer über Zuwachs und/oder Kooperationen mit anderen Organisationen (siehe Kirchengemeinden im vorherigen Beitrag).

    Das Sie das Bookcrossing.com Logo mehr oder weniger exakt “ins Deutsche” übertragen haben und es nicht ihre Absicht war ein Copyright zu verletzten, scheint ja eher ein unglücklicher Zufall zu sein. :smile:

    Davon das ein Hamburger SPD-Abgeordneter sich in die Kieler Angelegenheiten einmischt bin ich nicht ausgegangen . Ich habe mich lediglich über die merkwürdige Ansicht zum Thema “Kopieren” geärgert/gewundert und das in meiner Anfrage an die lokale SPD auch genauso formuliert. Immerhin sind die Mitglieder einer Partei auch immer ein Aushängeschild dieser. Und wenn man eine Meinung abgibt auf der Webseite dieser Partei, kann schnell der Eindruck entstehen, dass es nicht nur die persönliche Meinung ist. Und das galt es für mich zu überprüfen!

  60. Oedi schrieb am 18.01.2010 um 10:29 Uhr

    Dass das Ganze so ausufert, das finde auch ICH nicht so schön. Die BookCrosser sind eben auch kein “egaler” Haufen mit nur einer Meinung :wink: …. wobei es mich aber freut, dass hier so relativ konstruktiv diskutiert werden kann
    >Um vielleicht konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten: Was wären denn jetzt Ihre >Erwartungen an die Kieler SPD?
    Was ICH mir erhofft hatte, indem ich in diesem blog schreibe, hatte ich ja gleich in meinem ersten Beitrag klar gemacht.
    >Sofern der Kieler SPD zumindest zugestanden wird, eine Bookcrossing-Aktion >durchzuführen, hätten Sie es denn wirklich befürwortet, diese auch eng mit der >deutschen Plattform zu vernetzen?
    Ihre Bedenken bzgl. der Parteiferne von BC wurden auch im BC-Forum erwähnt. Meine Meinung: Es muss sich Niemand mit dem deutschen Forum vernetzen, um Bücher zu registrieren und freizulassen. Auch nicht, wenn das im Rahmen des Wahlkampfes der SPD geschieht. Eingfach zu sagen: wir finden aus diesen und jenen Gründen die Idee des BC toll, deshalb schließen wir uns für weine Aktion an, REGISTRIEREN xy Bücher und lassen sie frei, und wir drucken uns flyer, die darauf hinweisen, dass dies die SPD getan hat. Und gut. Das haben übrigens auch schon Verlage, Buchhandlungen etc getan. Nichts dagegen einzuwenden :grin:
    Und was demonkratiefeindliche Parteien etc angeht: DA würde wohl auch BookCrossing zu Recht einschreiten, denn das steht auch in den Regeln des Ganzen mit drin, daß solche Art Bücher nicht in BC-Namen registriert werden (dürfen). Da wird dann ggflls auch gelöscht.
    So, für MICH ist die Sache jetzt erledigt, ich hoffe, dass ich einen Gedankenanstoss liefern konnte, mehr wollte ich garnicht – BookCrossing macht so viel Spaß und ist eigentlich überhaupt garnicht “wenig einladend”, es ist schade, wenn das nun so rübergekommen ist. Und auch die Kieler Truppe freut sich über jedes neue Gesicht – in diesem Sinne: happy Xing :razz:

  61. Bibo59 schrieb am 18.01.2010 um 11:51 Uhr

    Ja, Oedi hat schon das Wesentliche gesagt. Ich kann nur für mich sprechen, dass ich Druckwerke demokratieferner Parteien und Sekten aus dem Bookcrossing-Kreislauf entferne.
    Befände sich im Journaleintrag zu einem ansonsten “normalen” Buch ein Link zu einer z.B. rechtsradikalen Seite, könnte man dies vom Support ändern lassen.
    Herr Stadelmann, ich weiß nicht, ob Sie sich und der SPD einen Gefallen damit tun, wenn Sie das kostenlose private Lesen von Büchern über Bookcrossing aufrechnen gegen moderne Schulausstattung welche sie anscheinend ablehnen.
    Und ob das so richtig ist, bei verkürzter Schulzeit auch noch an der Ausstattung zu sparen?

  62. Benjamin Raschke schrieb am 18.01.2010 um 18:25 Uhr

    Liebe_R kuschelgruft,
    vielen Dank für die freundliche Antwort – ich kann Ihre Ablehnung von Urheberrechtsverletzung gut verstehen und teile Ihre Ansicht, dass nicht jede_r einfach alles kopieren kann. Allerdings würde ich auch weiterhin in Zweifel ziehen, dass auch das Prinzip einer Aktionsform geschützt werden muss – daher kann ich die Kritik bezogen auf das Logo nachvollziehen, bei dem Bookcrossing an sich fehlt mir da ein wenig die Phantasie, weil ich darin kein “Werk” (das ja Schutzgegenstand des UrhG ist) sehe. Anders sind natürlich die Homepages und gewiss auch die BCID zu bewerten, aber an der Idee “Bücher im öffentlichen Raum hinterlegen und die/den Finder_in auffordern, es wieder auszusetzen” kann ich zum Beispiel keine “wahrnehmbare Formgestaltung” erkennen, wie sie im UrhG gefordert wird.
    Mit dieser Einschätzung erklärt sich vielleicht mein flapsiger Kommentar auf die rhetorische Frage, was die SPD davon halten würde, wenn ihre Ideen kopiert würden. Beispielsweise bei der Bürgerversicherung oder ähnlichen politischen Ideen hätten wir gewiss nichts dagegen, wenn sie von anderen kopiert bzw. übernommen würden :-)

  63. Falk Stadelmann schrieb am 22.01.2010 um 17:09 Uhr

    Lieber Bibo59, es ist genau die Frage der Schulausstattung, die es zu diskutieren gilt: Ist es sinnvoller, Schulen mit Büchern oder mit Computern auszustatten? Denn der Ausstattung geht notwendig die Entscheidung voraus, worauf im Unterricht mehr Wert gelegt werden soll – auf das Lesen oder auf die Datenverarbeitung bzw. die Informatik. Ich plädiere entschieden dafür, hier den Schwerpunkt auf das Lesen und damit auf die Anschaffung von Büchern, auf die Beschäftigung von Lehrkräften, auf Sprach- und Leseunterricht, auf Schul- und Stadtteilbüchereien und ähnliches – nicht nur wegen knapp verfügbarer Mittel der öffentlichen Haushalte, sondern vor allem deshalb, weil Schülerinnen und Schüler selbst über nur begrenzte Zeit verfügen: für Unterricht, Hausaufgaben, Sport, aber auch für Freizeit, Freunde, Eltern, Verwandte oder einfach sich selbst. Das Lesen von Büchern ist für die Entfaltung der Persönlichkeit unabdingbar und wiegt schwerer als der Umgang mit dem neuesten Computerspiel oder selbst mit einer intelligenten Lernsoftware. Wer die Welten Phantasiens nicht erforscht, wer nie Jim Knopf und Lukas den Lokomotivführer begleitet hat, wer nie mit Harry Potter gegen den Dunklen Lord gefochten, mit einem Wort: wer nie Jugendbücher gelesen hat, der ist eines entscheidenden Teils einer Kindheit beraubt – und wie sollen sich ihr oder ihm Storm, Goethe, Schiller, Mann u.a. erschließen, die in der Schule ergründet werden? Die amerikanische Forscherin Maryanne Wolf bringt es in ihrem Werk “Proust and the Squid” auf den Punkt: “Lesen heißt nicht nur Informationen aufzunehmen. Das ist notwendig, aber nicht ausreichend, wenn wir Wissen erwerben wollen. Wissen bedeutet auch Einsicht und Interpretationsfähigkeit. Erst der Leseexperte kann diese deduktiven und inferentiellen Möglichkeiten nutzen. Das bedeutet Arbeit. Wir müssen beim Lesen semantische Systeme aktivieren. Wenn man so schnell fortschreitet, dass man diese Bedeutungen nicht mehr aktivieren kann, weil man nur nach Informationen Ausschau hält, verfehlt man einen wichtigen Aspekt des verstehenden Lesens. Ein ideales Gehirn kann dieses Gleichgewicht halten zwischen Effizienz und Vertiefung. Hier fängt das Lesen erst an und wir werden vom Lesen verändert. Wir werden biologisch und emotional reicher. Es gibt einen einzigartigen Aspekt der geschriebenen Sprache, die sie von der gesprochenen Sprache unterscheidet. Im Heiligtum des Lesens, wie es Proust nannte, können wir bestimmte Gefühle erst riskieren. Wir können uns in einen Tyrannen hineinversetzen, in einen Mörder, wir können Anna Karenina oder Madame Bovary werden. Das Lesen ermöglicht uns diese Identifikation, und wir entdecken Dinge, die wir nie erfahren würden. Es ist ein Repertoire der Menschenkenntnis, ein Königreich der Vorstellungskraft. Marcel Proust sagte, es liege im Herzen des Lesens, die Weisheit des Autors hinter uns zu lassen und unsere eigene Wahrheit und Weisheit zu entdecken.”.
    Mich dem anschließend, würde ich mich deshalb bei der Schulausstattung für Bücher aussprechen statt Computer – und es modern nennen, dem Lesen dem Vorzug zu geben. Denn die Ausbildung junger Menschen zu Mathematikerinnen, Ingenieuren, Naturwissenschafterinnen und Technikern beginnt dann, wenn in ihnen das Feuer für das Lesen unauslöschlich entzündet ist.

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